Es gibt da noch etwas, das mich in der Diskussion um die Thesen des Thilo Sarrazin extrem nervt. Es tauchen auf diversen Nachrichtenseiten immer wieder Kommentare von Lesern auf, die anscheinend mit Herrn Sarrazin sympathisieren. Die wehren sich dagegen, dass jemand, der "die Wahrheit" sagt (ein recht großzügiger Begriff, wenn man mich fragt), immer sofort in die "braune Ecke" gestellt wird. Gleichzeitig wird aber ein Mensch, der sich für mehr Toleranz und Verständnis auf beiden Seiten einsetzt, ohne dabei die Probleme schönzureden, von den gleichen Leuten sofort mit dem negativen Prädikat "Gutmensch" versehen.
Sicherlich geht es zu weit, jedem, der Herrn Sarrazin ein bisschen zustimmt, gleich die NPD-Mitgliedschaft antragen zu wollen. Aber genauso unfair ist es, diejenigen, die seine Aussagen verurteilen und für mehr Toleranz und Gesprächsbereitschaft werben, gleich als naive, realitätsferne Weltverbesserer hinzustellen.
Wie sollen wir eigentlich die Probleme zwischen Urdeutschen und Zuwanderern angehen, wenn wir uns selbst in zwei Lager mit verhärteten Fronten aufspalten?
Tanja Petri
Veröffentlicht: Mittwoch, 1. September, 2010 @ 16:16
Abgelegt unter: Meinung
Tags:Fremdenfeindlichkeit, Gesellschaft, Politik
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